Gruselige Brett- und Rollenspiele für Halloween

Blätter und Kastanien fallen von den Bäumen, es wird kühler und wir können endlich wieder drinnen spielen ohne uns um den Ventilator zu scharen. Das kann nur eines bedeuten: Halloween steht vor der Tür! Zu diesem Anlass haben wir eine Auswahl an Brett- und Rollenspielen für euch gemacht, die wir in diesem Monat besonders empfehlen können. 

Schaurig gute Brettspiele

Cthulhu: Death May Die

Cthulhu: Death May Die von Eric M. Lang und Rob Daviau, erschienen bei CMON Games, ist ein kooperatives Kenner:innenspiel mit verschiedenen, für sich stehenden Szenarien, in denen wir das Erwachen eines Großen Alten verhindern müssen. Das Spiel setzt auf viele Würfel und Charaktere, die stärker werden, je verrückter sie sind – bis sie aufgrund ihrer Verrücktheit ausscheiden. Das Spiel kann schnell vorbei sein, wenn man die verschiedenen Faktoren nicht gut im Blick hat – dann spielt man einfach noch eine Partie. Ich finde besonders die Charaktere reizvoll und für Cthulhu-Fans gibt es vermutlich jedes Monster, das man sich wünschen kann, in den vielen verschiedenen Erweiterungen. (Die Grundbox findet man als Mitglied übrigens im JO&JOE, falls jetzt jemand neugierig geworden ist.)

Horrified

Horrified von Prospero Hall und Peter Lee, erschienen bei Ravensburger, ist ein kooperatives Spiel zwischen Familien- und Kenner:innenniveau. Das Ziel ist es, Gegenstände vom Spielbrett einzusammeln und mehrere klassische Filmmonster (z.B. Dracula oder die Mumie) auf verschiedene Art und Weise unschädlich zu machen. Dabei muss man auch noch schauen, dass man die Bewohner:innen in Sicherheit bringt. Die Spielzeit ist mit ein bis eineinhalb Stunden überschaubar und es gibt einige Versionen dieses Spiels – so auch zwei Versionen mit D&D-Thema, die ich jedoch aufgrund des eingebauten Würfelns nicht sehr empfehlen kann. Das originale Horrified oder Horrified: American Monsters sind meines Erachtens die bessere Wahl.

My Father’s Work

My Father’s Work von TC Petty III, erschienen bei Renegade Games (leider nicht auf Deutsch) ist ein kompetitives Kenner:innenspiel. Über drei Generationen versucht man die eigene Familie an verrückten Wissenschaftler:innen zu ihrem Magnum Opus zu führen, während das gewählte Szenario mit Hilfe einer App jedes Mal sehr unterschiedliche Geschichten erzeugt. Dieses Spiel ist mit seinen vier Stunden Spielzeit definitiv ein Eventspiel, das je nach Szenario manchmal kreative Auslegungen der Regeln erfordert. Trotzdem erzeugt die Mischung aus Worker Placement und Storytelling erinnerungswürdige Spielerfahrungen!

Sub Terra

Sub Terra von Tim Pinder, erschienen im Schwerkraft-Verlag, ist ein kooperatives Kenner:innenspiel, bei dem wir eine Gruppe von Höhlenforschenden sind, die ihren Weg aus einem Höhlengeflecht finden müssen, bevor das Licht ausgeht oder die dunklen Schatten sie verschlingt. Mechanisch ist es ein Plättchen-Legespiel, bei dem in gewohnter kooperativer Manier nach jedem Spieler:innenzug die Umgebung neue Gefahren produziert. Gewonnen hat man, wenn es auch nur eine einzige Figur zum Ausgang schafft – gar nicht so einfach…

Bilder © Sarah Langer

Furchterregende Rollenspiele

Fight or Fright!

In Fight or Fright! von Alex Marinkovich-Josey nehmen die Spielenden die Rollen von Kindern ein, deren Kostüme echt werden. Sie müssen nicht nur ihren Ort retten, sondern auch sicherstellen, dass ihr inneres Kind dabei nicht verloren geht. Fight or Fright! ist perfekt für diejenigen, die keine Horrorspiele spielen, aber trotzdem ein Spiel passend zur Jahreszeit auf den Tisch bringen möchten. Mit Spielmechaniken, die das Verschieben von Würfeln zwischen verschiedenen Pools auf dem eigenen Charakterbogen involviert, ist Fight or Fright! ein guter Mittelweg zwischen interessanten Mechaniken (mit haptischer Komponente) und narrativer Freiheit. 

Ten Candles

Vor zehn Tagen sind alle Sterne, inklusive der Sonne, erloschen. Die Menschheit hat die Lichter angedreht, doch die Elektrizitätsnetze wurden überlastet und die Welt erneut in Dunkelheit getaucht. Vor fünf Tagen sind sie gekommen. 

Ten Candles von Stephen Dewey ist ein Spiel, das in absoluter Dunkelheit mit zehn Teelichtern, Indexkarten, einem Aufnahmegerät (auch mit Handy möglich) und einer Hand voll Würfeln gespielt wird. Zur Vorbereitung reicht das Lesen des Buches und das Lernen der Regeln durch die Spielleitung und die Organisation eines komplett abdunkelbaren Raumes. Es ist ein einfaches und doch ausgeklügeltes und innovatives System, wo Mechaniken und Narrative Hand in Hand gehen: eine Kerze nach der anderen geht aus bei Misserfolgen, bis am Ende die Charaktere sterben und die Spielenden in absoluter Dunkelheit zurückgelassen werden - Gänsehaut garantiert. 

Call of Cthulhu 7e

Call of Cthulhu ist ein Klassiker der Horror-RPGs und aktuell in der siebten Edition. Neben episch langen Kampagnen, bietet es auch viele Szenarien an, die in einer einzelnen Session gespielt werden können. Passend für Halloween würden sich die verfluchten Häuser in “The Haunting” oder “The Dare” besonders eignen. Beide sind ein guter Einstieg in das System, zweiteres beinhaltet sogar vereinfachte Regeln. Die Komplexität der Regeln ist geringer als die des bekannten Fantasy-Riesen; das Spiel benötigt jedoch einiges an Vorbereitung und Regelkenntnisse vonseiten der Spielleitung. Fans von narrativen Erzählrollenspielen sollten lieber in Richtung von Spielen wie “Cthulhu Dark” oder “Lovecraftesque” blicken. Aber wer ein investigatives System mit recht klassischen Würfelmechaniken, viel Community Support und vielen veröffentlichten Abenteuern sucht, wird hier definitiv fündig. 

Paint the Town Red

In Paint the Town Red von Zachary Cox spielt man eine Gruppe trauriger, deprimierter, oft queerer Vampire. Tot sein fühlt sich richtig mies an. Doch die Zeit für Selbstmitleid ist vorbei, jetzt geht es darum, Party zu machen, um sich auch nur ein kleines bisschen besser zu fühlen. So weit der Plan. 

Die Spielmechaniken sind simpel, aber effektiv und tragen dazu bei, dass sich Spielrunden wirklich wie durchzechte Nächte - und der darauffolgende Kater - anfühlen. Charaktere finden sich (meist unfreiwillig) inmitten von Blutfehden, ihren eigenen Leidenschaften und dem immer weiter eskalierenden Chaos, bis die Stadt plötzlich brennt und sie davongejagt werden um ihre Wunden zu lecken - und um es in ein paar hundert Jahren wieder zu probieren. Das nächste Mal wird sicher alles besser laufen. Ganz sicher. 

Das Spiel ist perfekt für kurze Kampagnen von vier Sessions, aber auch gut als One-Shot geeignet. 

Bilder © Leonie Potyka-Zeiler

Häufige Fragen (FAQ)

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Alle aktuellen Termine findest du auf paradice.wien/eventsalle. Zum Thema Halloween können wir vor allem die folgenden Events empfehlen: 

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Verfasst von

Leonie Potyka-Zeiler (sie/ihr)

Leonie ist seit 2024 Mitglied des Vereins und macht sowohl im Blog-Team als auch im Pen-&-Paper-Orga-Team mit. Sie hat viel zu viele Bücher und leitet viel zu viele Spiele.

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Verfasst von

Sarah Langer (sie/ihr)

Sarah ist ein Vereinsküken, sie ist erst seit Mai 2026 Mitglied. Eine Begeisterung fürs analoge Spielen, sowohl Brett- als auch Rollenspielen, hält sie aber seit über einem Jahrzehnt bei Laune.

Hinweis: Die Beiträge in diesem Blog geben die persönliche Meinung der jeweiligen Autor:innen wieder. Der Verein stellt die Plattform für Themen mit Spielebezug zur Verfügung, übernimmt jedoch keine Verantwortung für die Inhalte der Gastbeiträge.
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